Trächtigkeit und Geburt beim Hund


Trächtigkeitsdauer: 63 Tage

Feststellung der Anzahl der Welpen:  Röntgenuntersuchung ab dem 50. Tag

Feststellung der Trächtigkeit:
Ultraschall ab der 4. Woche

Die Feststellung der Anzahl der Welpen vor der Geburt ist zu empfehlen, da es bei wenigen, großen Welpen evtl. zu Geburtsschwierigkeiten kommen kann. Außerdem weiß man sicher, wann die Geburt beendet ist, wenn die genaue Welpenzahl vorher bekannt ist.


Vorbereitung der Geburt

Fütterung während der Trächtigkeit und Säugezeit

In den ersten 5-6 Wochen der Trächtigkeit ist eine ausgewogene Nahrung (kommerzielle Alleinfuttermittel sind gut geeignet), die den normalen Erhaltungsbedarf deckt, geeignet. Danach sollte die Energiezufuhr um 15% pro Woche gesteigert werden, so dass sie zum Zeitpunkt des Werfens um ca. 60% höher liegt, als der Erhaltungsbedarf. Man kann Welpenfutter verwenden, um den Energiegehalt des Futters zu steigern, da die Menge an Futter, die die Hündin aufnehmen kann v.a. gegen Ende der Trächtigkeit begrenzt ist.

Die Hündin sollte idealerweise nach dem Werfen wieder dasselbe Gewicht haben, wie vor dem Decken und das Gewicht während der Säugezeit halten.

Das Säugen der Welpen bedeutet einen beträchtlichen Energieaufwand für die Hündin. Sie benötigt dafür in der ersten Woche der Säugezeit ca. das Doppelte des Erhaltungsbedarfs und in der zweiten Woche ca. das Dreifache.

In der dritten bis fünften Woche der Säugezeit ist der Energiebedarf vor allem abhängig von der Welpenanzahl. Bei 4 Welpen braucht die Hündin ca. das Doppelte ihres Erhaltungsbedarfs, bei 8 Welpen das Dreifache.

Wichtig ist dabei ein Kalziumgehalt des Futters von 1,4% bei einem Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 1:1.

Impfung und Entwurmung

Die Hündin sollte schon vor der Trächtigkeit regelmäßig gegen die wichtigsten Hundekrankheiten geimpft sein.

Zusätzlich zur regelmäßig durchgeführten Sechsfachimpfung ist bei trächtigen Tieren eine Impfung gegen das Canine Herpesvirus, welches als Ursache des sog. „Welpensterbens“ gilt, möglich. Das Virus kommt in ca. 20-30% der deutschen Hundezuchten vor. Die erste Impfung erfolgt entweder während der Läufigkeit oder 7-10 Tage nach dem Decktermin. Die zweite Impfung wird in 1-2 Wochen vor dem Geburtstermin durchgeführt. Ob die Impfung gegen das Canine Herpesvirus durchgeführt werden soll, muss individuell entschieden werden.

Die erste Impfung der Welpen ist ab 8 Wochen zu empfehlen. In gefährdeten Beständen kann bereits vorher eine Impfung gegen Parvovirose erfolgen. Eine Entwurmung der trächtigen Hündin ist zweimalig um den 40. Und 55. Tag zu empfehlen.

Die Welpen sollten im Alter von 2-3 Wochen zum ersten Mal entwurmt werden. Gleichzeitig ist eine Entwurmung der Hündin vorzunehmen. Die Entwurmung der Welpen sollte dann alle 2 Wochen wiederholt werden, das letzte Mal 2 Wochen nach dem Absetzen.
Danach werden die jungen Hunde im ersten Jahr 3-4 Mal entwurmt.

Wurfkiste

Bereits einige Zeit vor dem Geburtstermin sollte der Hündin eine Wurfkiste angeboten werden, die an einem ruhigen, nicht zu hellen Platz aufgestellt werden sollte. Der Boden der Wurfkiste sollte isoliert werden. Außerdem sollte für die Welpen eine zusätzliche Wärmequelle (z.B. eine Wärmelampe) zur Verfügung stehen, da die Umgebungstemperatur für sie bei ca. 29°C liegt. Als Unterlage eignet sich Zeitungspapier, das regelmäßig ausgetauscht wird, oder eine waschbare Decke.

Die Kiste sollte groß genug sein, um die Hündin und die Welpen bis zum Absetzen zu beherbergen. Sie sollte drei hochgezogene Seiten haben. Die Einstiegsseite sollte eine etwas niedrigere Wand haben, damit die Hündin hineinsteigen kann, ohne sich Verletzungen am Gesäuge zuzuziehen.


Anzeichen der bevorstehenden Geburt

Die Körpertemperatur fällt in den letzten 24 Std. vor dem Werfen um bis zu 1 Grad. Daher ist zu empfehlen, die Körpertemperatur in den letzten Tagen vor dem errechneten Geburtstermin regelmäßig zu messen (immer zur gleichen Tageszeit, am besten zweimal täglich).

Die Geburt verläuft in 3 Phasen:

  1. Eröffnungsphase
  2. Austreibungsphase
  3. Nachgeburtsphase

Eröffnungsphase

Dauer: sehr variabel, zwischen 4 und 24 Std.

Anzeichen:Unruhe, Nestbauverhalten, scharren, zittern, keuchen, gelegentlich Erbrechen und schwaches Pressen. Die Intensität dieser Anzeichen ist individuell sehr unterschiedlich und steigert sich meist kontinuierlich bis zur zweiten Geburtsphase.

Austreibungsphase

Dauer: abhängig von der Anzahl der Welpen, welche in Abständen zwischen 5 und 60 Minuten geboren werden (durchschnittlich 30 Minuten); der Abstand zwischen den Welpen kann jedoch bis zu 4 Stunden dauern

Anzeichen: Hündin liegt gewöhnlich in Seitenlage oder läuft umher und presst in hockender Position. Gewöhnlich wird der Welpe nach zwei bis drei Wehen relativ leicht ausgetrieben. Der erste Welpe sollte innerhalb von 6 Stunden nach Beginn der zweiten Geburtsphase geboren werden. Nach der Geburt eines jeden Welpen zerreißt die Hündin die Nabelschnur mit ihren Zähnen.

Nachgeburtsphase

Die Nachgeburt wird entweder nach jedem einzelnen Welpen oder am Ende der Geburt ausgeschieden. Oft wird sie direkt von der Hündin gefressen, was Erbrechen verursachen kann.


Anzeichen von Geburtsproblemen, bei denen ein Tierarzt kontaktiert werden sollte

  • verlängerte Trächtigkeitsdauer
  • kräftiges Pressen für 20 bis 30 Minuten, ohne dass ein Welpe geboren wird
  • mehr als 2 Stunden Abstand zwischen den Welpen
  • ein Welpe ist teilweise sichtbar und steckt offensichtlich im Geburtskanal fest
  • grüner Vaginalausfluss bevor der erste Welpe geboren ist
  • falls Zweifel bestehen, ob die Geburt abgeschlossen ist, sollte auf jeden Fall ein Röntgenbild angefertigt werden, um eventuell verbliebene Welpen zu sehen
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