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B.A.R.F. (Rohfütterung)

B.A.R.F. -steht für Bone and raw food (Knochen und rohes Futter) oder biologically appropriate raw food (biologisch artgerechte Rohfütterung) – scheint für einen immer größer werdenden Personenkreis die Fütterungsstrategie der ersten Wahl für ihre Hunde zu sein.

Ist das vernünftig oder nur eine Modeerscheinung im gesellschaftspolitischen Streben nach Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Naturbelassenheit?

Prinzipiell ist nichts einzuwenden gegen eine Ernährung,  die sich am natürlichen Freßverhalten des Wolfes, dem Urahn aller unterschiedlichen Hunderassen, orientiert.

Da bei dieser Fütterungsmethode aber nur Naturprodukte (Fleisch, Innereien, Knochen, Milchprodukte, Heilerde, Seealgenmehl, Kräuter, Pflanzenöle u.a.) verwendet werden, kann die Zusammensetzung der Ration bezüglich Protein, Fett, Fettsäuren, Mengenelementen (Kazium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium) und Spurenelementen (Zink, Kupfer, Mangan, Eisen) und Vitaminen stark schwanken.

In diesem Zusammenhang sollte man auch bedenken, daß die Natürlichkeit der Fütterung nicht gleichzeitig Gesundheit und Langlebigkeit bedeutet. So werden Wildtiere aufgrund unregelmäßigen Beutefanges und unausgewogener Rationszusammensetzung öfter krank und leben kürzer als unsere gut betreuten Hausgenossen. Denn wie beim Menschen ist eine ausgewogene Ernährung ein Grund für eine längere Lebenserwartung in Gesundheit.

 

Bewertung der B.A.R.F. -Strategie:

 

Vorteile:

  • natürlich, abwechslungsreich
  • keine synthetischen Zusätze
  • Zahn- und Mundhygiene

 

Nachteile:

  • Übertragung von Krankheitserregern
    Salmonellen (Hunde können dann Ausscheider werden, ohne selbst krank  zu sein),  Clostridien, Coli-Bakterien, Aujeszky Virus bei Fleisch aus Osteuropa Toxoplasmen,Würmer wie Echinokokken (Bandwürmer) -> Gefahr für ältere, kranke Menschen und Kinder
  •  Verstopfung und Verletzungen durch Knochen
  •  Fütterungsfehler (Kalziumüberversorgung, Vit. A Überversorgung bei Leberfütterung, Imbalanzen
  •  Mehraufwand bei Zubereitung

 

 

Zusammenfassung:

Richtig angewendet, gibt es nur wenige echte Argumente gegen das „BARFen“-  (Übertragung von Krankheitserregern, Mehraufwand). Voraussetzung ist aber eine echte Rationsberechnung, die dafür garantiert, daß der gewünschte Effekt (gesündere Ernährung) auch erreicht wird. Besonders kritisch ist dieser Gesichtspunkt bei der Anwendung dieser Fütterungsstrategie in der Welpenaufzucht zu bewerten, da der wachsende Organismus natürlich besonders empfindlich auf Futterimbalanzen reagiert.

Unser Praxisteam steht Ihnen gerne in der Vermittlung von Adressen zur wissenschaftlich fundierten Rationsberechnung zur Verfügung!