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Haltung einer „Wohnungskatze“

Bei reiner Wohnungshaltung einer Katze sollte auf eine artgerechte Unterbringung und Beschäftigung geachtet werden, denn in jeder Katze schlägt das Herz eines Jägers.

Folgende Punkte sind für das Wohlbefinden ausschlaggebend:

  1. die Größe und Gestaltung der aktiv nutzbaren Wohnfläche
  2. die Möglichkeit zu uneingeschränktem Rückzug
  3. anregende Umgebung mit Beschäftigungsangeboten
  4. Spiel- und Schmusezeit mit ihrer Bezugsperson

 

Zu Punkt 1 und 2:

In einem Mehrkatzenhaushalt sollte die Anzahl der Katzen immer geringer sein als die Anzahl der zur Verfügung stehenden Zimmer. Auch kann die Höhe in der Wohnraumgestaltung insofern einbezogen werden, dass man Kletter- und Laufstrecken anbietet.

Hochgelegene Regale können als Aussichtsturm, Schlafplatz oder Sicherheitsposten genutzt werden bzw. sind ideal als Rückzugsmöglichkeit. Auch Fensterbänke sind sehr gut als Beobachtungspunkt geeignet.

Katzen in Wohnungshaltung benötigen natürlich auch einen Toilettenplatz. Das Katzenklo sollte an einem ruhigen, aber dennoch leicht zugänglichen Ort aufgestellt werden und räumlich möglichst weit von den Fressplätzen liegen. Es sollte stets ein Toilettenplatz mehr, als Katzen in der Wohnung, zur Verfügung stehen. Die ideale Katzentoilette ist eine Kiste ohne Deckel mit hohem Rand, mindestens 10 – 15 cm hoch mit puder- und parfümfreier feinkörniger Klumpstreu eingestreut. Die Einstreutiefe ist sehr wichtig, damit die Katze ihre Hinterlassenschaft ausreichendverscharren kann.

In der Wohnung lauern aber auch Gefahren, z.B.

  • Die offenstehende Toilettenschüssel (als Trinkquelle)
  • Plastiktüten
  • Giftige Pflanzen
  • Kippfenster

Oder Spielmaterialien zur Selbstbeschäftigung, wie

  • Spielzeug mit Gummibändern,
  • Geschenkbänder
  • Wollfäden. Diese können verschluckt werden und Ursache für schwerwiegende Darmprobleme werden.

 

Zu Punkt 3:

Veränderungen im Alltag einer Katze bringt schon eine auf dem Boden stehende Tasche oder die Verpackung von neuen Geräten, die erst am übernächsten Tag weggeräumt wird. Optimal wäre ein mit Jute umwickelter, 2 Meter hoher durchgehender, festverankerter Kratzbaum ohne diesen mit den handelsüblichen Sitz- und Spielmöglichkeiten zu überladen. (Katzen bevorzugen Materialien ohne Rillen, da sie besser klettern können).

Am Boden können Höhlen zum Spielen und Verstecken durch herunterhängende Kuscheldecken über einen Stuhl geschaffen werden. Dadurch bietet man auch wieder eine weitere zusätzliche Rückzugsmöglichkeit.

In dieses Konzept kann auch der Katzentransporter mit einbezogen werden, wenn man ihn als gemütlichen Rückzugsort dauerhaft zugänglich macht. Er sollte mit einer Einlage ausgestattet sein, die die Katze besonders attraktiv findet und ab und zu als Futterplatz für besondere Snacks genutzt werden. So kann der oft mit negativen Emotionen und Erfahrungen (Tierarzt) belastete Transporter mit positiven und entspannenden Gefühlen verknüpft werden.

 

Zu Punkt 4:

Vor allem sind junge Katzen sehr erfinderisch und entdecken Spielpotential in vielen Haushaltsgegenständen, wie z.B.

  • Kronkorken oder Zeitungen,
  • Kartons, Kistchen mit Heu,
  • Papiertüten (ohne Henkel),
  • Katzenhängematten,
  • Fellmäuse, Spielbällchen, Papierkügelchen
  • Naturmaterialien wie z.B. Holz, Steine, Laub.

Stehen die Spielmaterialien dauerhaft zur Verfügung verlieren die Katzen bald das Interesse.

Deshalb nach drei Tagen Spielsachen einsammeln und austauchen.

Neben den Kuschel- und Schmusestunden sollten aber auch regelmäßige Spieleinheiten auf dem Programm stehen mit

  • Spielpüppchen,
  • Bändern oder Federn,
  • Wurfspielzeuge zum Apportieren.

Um eine Katze ihrer Art entsprechend als Jägerin zu fördern und zu beschäftigen, ist es empfehlenswert, das Futter in Form von Suchspielen und nicht in festen Mahlzeiten am immer gleichen Ort anzubieten. Die Gesamtmenge der Tagesration sollte hierbei allerdings nicht verändert werden.

Ziel ist es, die Katze in eine Beutefang-Arbeit einzubinden, um so ihr Leben in der Wohnung zu bereichern. Dies kann z.B. erreicht werden, indem die Anzahl der Futterplätze erhöht wird und die Katze ihre Futterstellen täglich „ablaufen“ muss, um Nahrung zu finden.

Diese zunächst für das Tier noch sehr bequeme Fütterung kann nach und nach in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad gesteigert und das Futter an unvorhergesehenen Plätzen oder schwerer zugänglich angeboten werden.

 

Fraglich wird Wohnungshaltung für Katzen, die lange Zeit an Freigang gewöhnt waren und abzulehnen ist Wohnungshaltung für halbwild aufgegriffene Katzen mit mangelhafter Sozialisation gegenüber Menschen!!!!

 

(Veränderte und gekürzte Zusammenfassung aus: team.konkret 1.2011 www.enke.de)